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Bogenschießen  

Einführung, Bogenschießen als Wettkampfsport 

Bogenschießen, Sportart, bei der die Schützen mit Pfeil und Bogen auf Zielscheiben schießen. In der Vergangenheit wurden Pfeil und Bogen als Waffen auf der Jagd oder im Krieg verwendet. Die Bogen werden heutzutage aus Holz, Fiberglas oder Karbon hergestellt. Die Enden des Bogens sind durch eine straff gespannte Sehne aus Darm, Garn oder Kunststoff verbunden.

 

Bogenschießen als Wettkampfsport

 

Bogenschießen ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebter Amateursport für Männer und Frauen.  

  

Wettkämpfe im Bogenschießen finden in verschiedenen Kategorien statt, man unterscheidet Scheibenbogenschießen, Feldbogenschießen und Weitschießen. Es gibt auch noch Bogengolf

Beim Feldbogenschießen werden verschiedene Ziele in unterschiedlicher Umgebung im freien Gelände und in natürlicher Umgebung aufgestellt. Zur Ausrüstung des Schützen gehören Bogen, Pfeile, Köcher, Arm- und Fingerschutz, außerdem Spannhilfen. Der Bogen ist etwa 1,70 Meter lang. Die Zugkraft der Bogensehne liegt bei den Männern zwischen 15 (30 Lbs.) und 25 (ca 45 Lbs.) Kilogramm und bei den Frauen zwischen 15 (30 Lbs.) und 22 (42 Lbs.) Kilogramm. Die Pfeile werden aus Holz, Aluminium,Carbon oder einer Kombination aus Carbon & Aluminium hergestellt und sind bis zu 33´´ lang. Ihr Gewicht beträgt weniger als 28 Gramm. Am vorderen Ende befindet sich die Pfeilspitze aus Metall, das hintere Ende ist mit drei Flechen (Federn) versehen, die zur Stabilisierung im Flug dienen. Das Pfeilende ist mit einer Nocke, früher eine Kerbe, versehen, in welche die Bogensehne eingerastet wird. Durch Zurückziehen der Sehne wird der Bogen gespannt, und nach dem Lösen (Loslassen) schnellt der Pfeile mit großer Geschwindigkeit nach vorne.

 

Beim Scheibenbogenschießen, das zu den olympischen Sportarten zählt, wird über vier verschiedene Entfernungen geschossen: 30, 50, 70 und 90 Meter bei den Männern, 30, 50, 60 und 70 Meter bei den Frauen. Diese Wettkämpfe werden FITA-Runde genannt. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen besteht der Wettkampf aus zwei Runden. Die erste Runde ist die Vorrunde bei der 144 Pfeile auf die verschiedenen Entfernungen geschossen werden. 36 Pfeile pro Distanz. Die Größe der Auflagen (Zielscheibe) differiert je nach Entfernung. Über die 30- und die 50-Meter-Distanz wird eine Auflage verwendet, die einen Durchmesser von 80 Zentimetern aufweist. Bei den langen Distanzen über 70 und 90 Meter verwendet man Auflagen mit einem Durchmesser von 1,22 Meter. Auf den Scheiben aus Papier sind zehn konzentrisch angeordnete Zonen aufgedruckt, von unterschiedlicher Farbe und einer Breite von 6,1 Zentimetern bei den großen Zielen und mit einer Breite von vier Zentimetern bei den kleinen. Die innerste (goldene Zone) zählt zehn Punkte, die äußere, weiße einen Punkt. Die Auflage aus Papier wird auf einem Hintergrund aus Stroh befestigt, ihr Mittelpunkt liegt 1,30 Meter über dem Boden, und sie wird leicht schräg (15°) aufgestellt. Den Wettkampf gewinnt derjenige Schütze, der die meisten Ringe (Punkte) erzielt.

 

In den Jahren 1900, 1904, 1908 und 1920 gehörte das Bogenschießen zum Programm der Olympischen Spiele. Es wurde dann herausgenommen und erst wieder 1972 bei den Olympischen Spielen in München als Disziplin für Männer und Frauen zugelassen. Um das Interesse an dieser Sportart zu steigern, wurde der Ablauf der Wettkämpfe 1992 verändert. So besteht eine olympische Runde aus der „Runde der Besten", einer Ausscheidungsrunde und einer Endrunde sowie einer Ausscheidungs- und Endrunde in der Mannschaftswertung. Bei der Einzelwertung wird von allen 64 Bogenschützen zur gleichen Zeit auf die 70 Meter entfernten Ziele geschossen. Diejenigen, die nach mehreren Vorrunden die höchste Punktzahl erreicht haben, treten dann zum Wettkampf um die Medaillen an. International wird das Bogenschießen durch die Fédération Internationale de Tir à l'Arc (FITA; gegründet 1931, Sitz in Wakefield, Großbritannien) betreut, in Deutschland durch den Deutschen Schützenbund (DSB; gegründet 1861, Sitz in Wiesbaden), den Deutschen Bogensportverband (DBSV geründet 1959 ) und dem Deutschen Feldbogenverband.

 

 

Wie archäologische Funde belegen, waren Pfeil und Bogen bereits in der Altsteinzeit bekannt. Im alten Ägypten und bei den semitischen Völkern in Vorderasien war der Gebrauch von Pfeil und Bogen verbreitet. In China lässt sich das Bogenschießen bis in die Shang-Dynastie zurückverfolgen (1766-1027 v. Chr.). In der nachfolgenden Zhou-Dynastie (1027-256 v. Chr.) wurden am kaiserlichen Hof Turniere im Bogenschießen abgehalten.

 

Ausgehend von Vorderasien verbreitete sich das Bogenschießen im gesamten Mittelmeerraum. Als hervorragende Bogenschützen galten vor allem die Skythen, die Perser und die Kreter. Auch bei den asiatischen Steppenvölkern (Hunnen, Magyaren und Mongolen) zählte der Bogen zu den wichtigsten Waffen. Bei den Griechen und Römern gab es Heere, die mit Pfeil und Bogen bewaffnet waren. Im frühen Mittelalter wurde der Bogen verstärkt bei den Goten und den Wandalen verwendet. Während des Spätmittelalters waren die Engländer mit ihren Langbögen in den Schlachten von Crécy (1346) und Agincourt (1415) führend. Einer der Legendären Bogenschützen ist der sagenhafte Outlaw Robin Hood aus dem England des 12. Jahrhunderts. Mit der Erfindung des Schießpulvers und durch die Entwicklung von Feuerwaffen wurde die Verwendung von Pfeil und Bogen in Europa allmählich zurückgedrängt.

Einige Eckpunkte zur Geschichte des Bogensport

 

25.000 vC -  Die Entdeckung von Pfeilspitzen aus Feuerstein in Afrika, scheint darauf hin zu deuten, dass Bogen und Pfeil dort erfunden wurden. Vielleicht schon früher als 50.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.

2.800 vC  -  Der erste "Komposit Bogen" tritt in Erscheinung. Die Ägypter entwickeln diesen Bogentyp weiter. Gemacht aus Holz, belegt mit Horn von Tieren und zusammengehalten mit Kleber und Sehnen von Tieren. Die Sehne war eine "Darmsaite" und gemacht aus Schafsdärmen. Die Pfeile waren extrem leicht und flogen mit dem Komposit-Bogen über 350 Meter. Die Rüstungen der Zeit boten keinen Schutz vor dieser Waffe.

1208 nC- Temujin wurde "Groß-Khan der Mongolen", besser bekannt als Dschingis Khan. Die Mongolen waren Experten als berittene Bogenschützen und benutzten hohe Steigbügel um in alle Richtungen schießen zu können. Sie benutzten Komposit-Bögen mit Zuggewichten von 70 - 160 lbs.! Die"tödliche Entfernung" betrug ca. 270 Meter, die max. Schußentfernung, ca. 600 Meter.

1346 nC- 26. August - Schlacht von Crecy - Edward III. von England führt seine Armee gegen die Franzosen. Die englischen Bogenschützen überschütteten die Armbrustschützen mit Pfeilen, bevor sie nachladen konnten. Die meisten der Armbrustschützen flohen. Die französischen Ritter versuchten eine Gegenattacke aber wurden von den Langbogenmännern stark dezimiert. Die Franzosen hatten 1.542 Tote, die Engländer 50 Tote.

1644 nC - Tipper Muir - Die letzte Schlacht bei der englische Bogenschützen eingestzt werden!

1673 nC- Das Bogensport Turnier: "Ancient Scorton Arrow" wird in Yorkshire, England ins Leben gerufen. (Es ist das älteste Turnier, das heute noch ausgetragen wird.)

1798 nC - Der Sultan Selim, (bezeugt vom britischen Botschafter) schießt einen Pfeil 889 Meter. Ein Rekord der für fast 200 Jahre nicht übertroffen wurde.

1872 nC - Ephraim Morton aus Plymouth, Massachusetts, USA - bekommt ein Patent auf einen Bogen mit Holzmittelteil und Wurfarmen aus Stahlruten.

1879 nC -  Der erste Wettkampf der NAA = National Archery Association, in Chicago, USA.

1931 nC - FITA (International Archery Federation) wird gegründet.

1939 nC - James Easton experimentiert mit Aluminium zur Pfeilherstellung.

1941 nC - Larry Hughes benutzt Aluminiom Pfeile und gewinnt die US Meisterschaft. Henry Bitzenburger erfindet sein berühmtes Befiederungsgerät.

1942 nC - Hoyt Archery Co. wird von Earl Hoyt Jr.gegründet.

1946 nC - Eastons erster, als Marke eingetragener, Aluminium-Pfeil = "24 SRT-X".

1951 nC - Max Hamilton stellt 'Plastiflech' vanes vor, an Stelle von Federn.

1953 nC - Bear Archery' entwickelt und verkauft die ersten Recurve -Bögen.

1961 nC - Stabilisatoren, erstmalig vorgestellt von Hoyt Archery Co.

IFAA (International Field Archery Association) wird gegründet

1969 nC - 30. Dezember - Holless Wilbur Allen bekommt das Patent auf seine Entwicklung des Compoundbogens, den er 3-4 Jahre früher entworfen hat.

1982 nC - 12. Commonwealth Spiele - Brisbane, Australien. Bogenwettkampf über 4 Tage. Neroli Fairhall aus Neu Seeland, querschnittgelähmt, schießt aus ihrem Rollstuhl. Sie gewinnt die Frauen Doppel-FITA.

1983 nC - Easton entwickelt Carbon Pfeile.

1985 nC - FITA bestimmt die "große FITA" für olympische Spiele.

1988 nC - Olympische Spiele inSüd Korea. Der Team-Wettkampf wird beim Bogenschießen eingeführt.

1990 nC - Die "Olympic Round elimination" wird von der FITA für olympische Spiele vorgeschrieben um das Publikumsinteresse zu verstärken.

1992 nC - Barcelona Olympische Spiele. Der zweimalige, spanische Paralymic-Sieger, Antonio Rebollo schießt bei der Eröffnungszeremonie einen brennenden Pfeil und entzündet damit das olympische Feuer. Das inspirierte spanische Männer Team gewinnt die Goldmedaille.

1995 nC - Weltmeisterschaft, Jakarta, Indonesien. Zum ersten mal werden Compoundbögen zum Wettkampf zugelassen.

2001 nC - Neue Entwicklungen im Materialbereich bringen leichtere und stärkere Bögen und leichtere und stärkere Pfeile. Pfeilgeschwindigkeit nimmt zu und bringt bessere Genauigkeit über lange Entfernungen.

 

Ausreden der Sonderklasse

Schei..... Regen !    Schei..... Wind !    Schei.... Sonne !

Schei.... Hitze !    Schei.... Kälte !

Mein Trainer versteht mich nicht!

Die Geschichte der Paralympics

Als Vorreiter der Paralympics gelten die Stoke Mandville Wheelchair Games, die erstmals im Jahre 1948 vom Arzt Dr. Ludwig Guttmann für verletzte Kriegsveteranen in Übereinstimmung mit den Olympischen Spielen in London organisiert wurden. Ausgehend von diesem Anlass entwickelte sich im Verlaufe der Jahre ein attraktives Wettkampfprogramm für Athleten mit einer Behinderung.

 

Die ersten offiziellen Paralympics fanden 1960 in Rom statt. An diesen ersten Paralympics nahmen ca. 400 Athleten aus 23 Ländern teil. In Athen werden es über 4'000 sein. Die ersten Winter-Paralympics fanden jedoch erst 1976 im schwedischen Örnsköldvik statt. Damals beteiligten sich 250 Athleten aus 14 Nationen. In Salt Lake City waren es über 600.

 

Das Wort Paralympic stammt vom Wort parallel ab, was nichts anderes bedeutet als die Spiele neben den Olympischen Spielen. Die Paralympics sind der grösste Sportanlass für Athletinnen und Athleten mit einer Körper- und Sinnesbehinderung.

 

Seit 1988 besteht eine Vereinbarung zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit Sitz in Lausanne (CH) und dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) mit Sitz in Bonn (DE), dass die Olympiastadt im Anschluss an die Olympischen Spiele auch die Paralympics beherbergt. Am 19.06.2001 wurde eine weiterführende Vereinbarung unter8zeichnet, die eine starke Einbindung der Paralympics in die Organisation der Olympischen Spiele garantiert. Dadurch werden die Synergien auf allen Ebenen und speziell im sporttechnischen Bereich sinnvoll genutzt.

 

An den Paralympics 2004 in Athen werden erstmals die Aufwendungen für Unterkunft, Verpflegung und Grundtransport vom Organisator übernommen. Ab 2008 werden freie Reise, Unterkunft und Verpflegung für alle gewährt, was eine Gleichstellung mit den Olympischen Spielen bedeutet.

 

Teilnehmer an den XII Paralympics in Athen:

*   4000 Athletinnen und Athleten aus 130 Ländern

*    2000 Team-Offizielle

*    2000 Medien-Vertreter

*    1000 Technische Funktionäre

*    15000 Freiwillige Helfer

*    2500 IPC/NPCs/VIPs und Gäste

 

In folgenden 19 Sportarten werden Wettkämpfe ausgetragen: Basketball, Boccia, Bogenschiessen, Fechten, Fussball für Körperbehinderten, Fussball für Sehbehinderte, Gewichtheben, Goalball, Judo, Leichtathletik, Rad, Reiten, Rugby, Schiessen, Schwimmen, Segeln Tennis, Tischtennis, Volleyball

Das Sportwissenschaftliche Lexikon beschreibt Fair Play als ein

"... Verhalten, das über die Einhaltung von Regeln hinausgeht und damit die positive Überwindung eines gegebenen Bedingungsgefüges (z B. eine faire Geste im  Wettkampf) darstellt..."

INTEGRA Gera e.V. | integragera@hotmail.de